Das FLvEG gegen Vorurteile


„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“
FLVEG gegen Vorurteile

„Über Vorurteile aufklären“, unter diesem Motto meldeten sich zwölf Schülerinnen und Schüler unseres Gymnasiums zum P-Seminar Biologie bei Fr. Siemund an. Zu Anfang mussten wir dieses große Thema erst einmal auf uns wirken lassen und näher definieren. Unser Hauptziel dieses Seminars ist es, die Menschen und vor allem auch unsere Schüler zum eigenständigen Nachdenken zu bewegen und zur Bildung einer eigenen Meinung über dieses Thema anzuregen. Vorurteile und Schubladendenken sind in unserer heutigen Gesellschaft nämlich sehr präsent und tragen häufig zu negativen Bildern gegenüber unbekannten Menschen und Personengruppen bei. Es gab viele Vorschläge und Diskussionen darüber, welche Menschen besonders unter Vorurteilen leiden und warum wir genau diese näher beleuchten sollten. Letztendlich konnten wir uns dann auf folgende Gruppen einigen und begannen in kleinen Arbeitskreisen mit der Materialbeschaffung und dem Sammeln der Informationen:
Homosexualität ist ein wichtiges Thema, da in unserer heutigen Gesellschaft zwar per Gesetz die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt ist, aber viele Personen sich dennoch nicht trauen offen mit ihrer Homosexualität umzugehen, aus Angst davor ausgegrenzt oder angefeindet zu werden. Es wurde auch eine Umfrage via Instagramm durchgeführt, in der die Nutzer gebeten wurden, ihre Geschichte über Diskriminierung und Ausgrenzung aufgrund ihrer Sexualität zu teilen. Diese Umfrage erfreute sich großen Zuspruchs, sodass viele verschiedene Sichtweisen und Situationen aus dem täglichen Leben zusammengetragen werden konnten, in denen uns Menschen über den meist negativen Umgang mit ihrer Sexualität berichteten.
Ferner war es uns auch sehr wichtig psychische Krankheiten zu beleuchten. Da dieses Thema sehr weitläufig war, musste zuerst besprochen werden, mit welchen Krankheiten man sich im Detail beschäftigen möchte. Depressionen, Schizophrenie, Essstörungen und Suchterkrankungen fanden großes Interesse, da man den Menschen, welche davon betroffen sind, oft nicht so leicht oder überhaupt nicht ansehen kann, dass sie an einer dieser Krankheiten leiden. Wir wandten uns auch mit einem Schreiben an das Bezirkskrankenhaus in Lohr am Main und die Selbsthilfegruppe des Bayrischen Roten Kreuzes. Ziel war es, mehr über Menschen mit einer solchen Krankheit und deren Schicksale herauszufinden. Hierbei stellten wir fest, dass die Informationsbeschaffung sehr viel schwieriger war als wir uns das vorgestellt hatten, da sich Betroffene nicht in die Öffentlichkeit wagen wollten. Nur durch die zugesicherte Anonymität, waren die Menschen bereit, mit uns in Kontakt zu treten. Wir zogen daraus das Fazit, dass Menschen mit einer psychischen Erkrankung einen sehr schweren Stand in unserer Gesellschaft haben müssen, wenn keiner bereit ist, öffentlich darüber zu sprechen. Wir haben betroffene Menschen gefragt, ob wir mit unserer Einschätzung richtig liegen. Deren Antworten und Erfahrungsberichte haben uns in unserer Meinung bestärkt und betroffen gemacht.
Der letzte Arbeitskreis beschäftigte sich mit Menschen, die nicht den allgemeinen, von der Gesellschaft aufgestellten Normen entsprechen. Wir fassten diese unter dem Motto „Menschen ohne Mainstream“ zusammen. Hierzu wurden in erster Linie Informationen aus dem Internet herangezogen und Bilddateien analysiert und betrachtet, um mehr über Menschen herauszufinden, die beispielsweise anders aussehen oder eine ungewöhnliche Lebenseinstellung haben und welchen Stand diese in unserer Gesellschaft haben.
Durch kurze Videos mit knappem Inhalt und unseren gesammelten Informationen, die auf unserer Schulhomepage präsentiert werden, versuchen wir nun eine breite Masse an Schülern und einige Eltern zu erreichen. Wir erhoffen uns somit, unsere Mitschüler anzuregen, sich mit diesen Themen zu befassen und für sich die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Unsere Schule ist nämlich eine „Schule ohne Rassismus, eine Schule mit Courage“, und wir hoffen, durch unser Engagement einen Beitrag dazu leisten zu können.

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