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18.08.2019-09.09.2019
Sommerferien
10.09.2019
erster Schultag

MINT400 – Das Hauptstadtforum des MINT-EC


Vom zwölften bis 14. Februar 2015 fand in Berlin das Hauptstadtforum des nationalen Excellence-Schulnetzwerks MINT-EC statt. Auf Einladung des Netzwerkes durften aus ganz Deutschland ca. 400 Schülerinnen und Schüler sowie ca. 50 Lehrkräfte nach Berlin reisen und an der Veranstaltung teilnehmen. Das Lohrer Team bestand aus fünf Gymnasiasten und einer Lehrkraft. Ein informatives Programm wurde bereit gestellt. Am zwölften Februar begann die die Veranstaltung mit der Begrüßung durch Wolfgang Gollub, Vorstandsvorsitzender des MINT-EC, am Max-Delbrück-Centrum (MDC) für Molekulare Medizin in Berlin-Buch. Die Gäste des MINT-EC und des MDC wurden durch zahlreiche weitere Grußworte herzlich willkommen geheißen. So richteten Prof. Dr. Thomas Sommer, Direktor des MDC, Sylvia Löhrmann, Vizepräsidentin der Kultusministerkonferenz, Mark Rackles, Staatssekretär für Bildung in Berlin, Sven Weickert vom Verband der Metall- und Elektroindustrie Berlin/Brandenburg sowie Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Ernst Th. Rietschel, Vorstandsvorsitzender vom Berliner Institut für Gesundheitsforschung aufmunternde Botschaften an die Teilnehmer. Alle Rednerinnen und Redner stellten die Wichtigkeit von MINT und dem MINT-Nachwuchs heraus. „Die Biomedizin von morgen braucht die jungen Köpfe von heute“. „Die molekulare Erforschung von Alzheimer – wie Biologen und Mediziner zusammenarbeiten“ war der der Titel der sich anschließenden ca. einstündigen Keynote Speech durch Prof. Dr. Erich Wanker vom MDC. Im weiteren Verlauf des späten Nachmittags öffnete sich für den MINT-Nachwuchs ein Bildungsmarkt, bei dem sich Universitäten und Firmen aus ganz Deutschland präsentierten um Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten aus dem MINT Bereich aufzuzeigen.

Eine Reihe von Fachvorträgen zu Themen wie beispielsweise „Neutrinos und Erdbeeren am Südpol“ rundeten den ersten Tag ab. Der zweite Tag war geprägt durch insgesamt 35 verschiedene Workshops, von denen sich die Teilnehmer im Vorfeld jeweils einen ausgesucht hatten. Mehr als 30 Labore, Forschungseinrichtungen und Unternehmen in Berlin konnten besucht werden. Der Höhepunkt des Tages war die Abendveranstaltung am MDC. Ab 18 Uhr führte Marc Langebeck vom rbb Rundfunk Berlin-Brandenburg durch ein abwechslungsreiches Programm. Musikalische Darbietungen, die Preisverleihung zum Internationalen Chemiewettbewerb 2014 des Royal Australian Chemistry Institutes sowie zahlreiche Reden und Vorträge wurden präsentiert. Das ganze wurde abgerundet durch einen Science Slam Wettbewerb, in dem junge NaturwissenschaftlerInnen auf spannende, kreative und kurzweilige Art von ihren Forschungen berichteten.
Nach dem straffen, aber sehr informativen Tag, durften die Teilnehmer ihre Erfahrungen beim gemeinsamen Abendessen austauschen.

 

Hier die Eindrücke unserer Teilnehmer:

Maximilian Fritz

Fachvortrag:
Siemens Medizintechnik von morgen: Die Ultrahochfeldmagnetresonanztomographie
Zuerst wurde die Technik der Magnetresonanztomographie (MRT) im Allgemeinen besprochen:
Diese Methode beruht darauf, dass durch mehrere Magnetfelder die Atome im Körper phasensynchroniesiert werden und eine messbare Resonanz entsteht, bis die Synchronietät abgeklungen ist. Physikalische Grundlage ist der sogenannte Kernspin. Dieses Phänomen bezeichnet die Eigenschaft, dass Atomkerne sich wie Kreisel um ihre eigene Achse drehen und durch ein Magnetfeld zu winzigen Magneten werden. Unterschieden wird zwischen Längsrelation T1 und Querrelation T2. Die beiden Verfahren unterscheiden sich in der Abbildung von Gewebe und Flüssigkeiten.
Fazit: Der Vortrag war sehr gut strukturiert und hat uns die komplizierte Technik des MRT sehr einfach und verständlich erklärt.

Workshop:
Photogrammetrisches Geomonitoring
Zu Beginn hat uns Herr Dr. Martienßen, unser Kursleiter, anschaulich erklärt wie ein Computerprogramm es schafft mit Hilfe von vielen Einzelbildern eines Objekts ein 3D-Model zu erstellen. Wichtig ist dabei ein dreiachsiges Koordinatensystem, das dem Computer hilft die Bilder richtig anzuordnen. Dieses Koordinatensystem wurde von uns, nachdem wir von einer Büste vor der Universität ca. 50 Bilder aufgenommen hatten, in jedem Bild definiert. Anschließend rechnete der PC aus allen Einzelbildern eine Punktwolke aus, bei der er durch Übereinstimmung in mehreren Bildern die Position gemeinsamer Bildpunkte bestimmte. Nachdem alle falschen Punkte manuell entfernt worden waren, konnte das endgültige Gitternetz errechnet werden. Der Workshop hat sehr viel Spaß gemacht und man konnte dank der Gruppengröße von nur 5 Teilnehmern viel über die Entwicklung von 3D Modellen am Computer mitnehmen.

 

Tim Kühnlein

Im Laufe des Schülerworkshops S27 „Ressourceneffizenz“ des VDI (Verein Deutscher Ingenieure), der im Berliner Zentrum des Vereins stattfand, wurden die teilnehmenden Schüler zunächst über die Tätigkeitsbereiche des Zweiges Ressourceneffizienz und des Vereins an sich aufgeklärt. Hauptaufgabenfelder der dort arbeitenden Ingenieure sind neben der Festlegung von Richtlinien und Normen im Allgemeinen, im Falle des ZRE (Zentrum Ressourceneffizienz) die Aufklärung und Unterstützung von Firmen, die sich ressourceneffizienter orientieren möchten, zum Wohle der Umwelt, und zur Einsparung von Material und Geld. Im Anschluss arbeiteten die Schüler in Kleingruppen an anschaulichen Projekten, um die Arbeit des VDI besser nachvollziehen zu können. Verschiedene Prozesse, wie zum Beispiel unterschiedliche Arten Kaffee herzustellen, wurden auf ihre Effizienz hin untersucht, und die so erarbeiteten Ergebnisse vor der Gruppe präsentiert. So verglich eine Gruppe Herstellung, Nutzung und Recycling bzw. Beseitigung eines Kaffeevollautomaten mit einer Filtermaschine und eine andere die Effizienz der Fortbewegungsmittel Zug, Auto und Rad auf einer Strecke von 400km bei festgelegter Anzahl der zu befördernden Personen. Zeit für eine Mittagspause in einer nahegelegenen Kantine blieb natürlich auch noch.

Ein weiterer Fachvortrag im Rahmen der MINT400 Veranstaltung stellte das Thema eines Studiengang der Uni Berlin vor: „Medizintechnik – wichtige Ingenieurswissenschaft, die Kranken hilft!“ war der Titel. In Form einer Präsentation klärte ein Dozent der Universität zunächst über Medizintechnik als Solche auf. „Jede Technik kann Medizintechnik werden“, das Anwendungsfeld sei bezeichnend, nicht äußere Kennzeichen wie bei anderen Techniken, z.B. die Größe bei der Nanotechnik. Im Folgenden ging er auf die Arbeit der Uni auf dem Gebiet der Prothetik ein, wie Prothesen seit vielen Jahren in eigenen Prüfaufbauten getestet und verbessert werden. Außerdem machte er darauf aufmerksam, dass Medizintechnik in Berlin nur als Masterstudiengang angeboten wird und somit zuerst ein Bachelorabschluss auf entsprechendem Gebiet erreicht werden muss.

 

Thorben Ohnesorge

In dem Fachvortrag „Siemens Medizintechnik von morgen: Die Ultrahochfeldmagnetresonanztomographie“ von Siemens ging es um die Forschung und Entwicklung eines verbesserten Magnetresonanztomographieverfahrens zur genaueren Diagnostik in der Medizin. Dabei wird versucht, das Magnetfeld von einer Stärke von 1 bis 3 Tesla auf 7 Tesla zu erhöhen, um eine präzisere Bildgebung zu ermöglichen. Um ein besseres Verständnis für diese Arbeit zu bekommen, wurde den Teilnehmern, auf verständliche Weise, die Funktionsgrundlage der Magnetresonanztomographietechnik erläutert. Der Workshop „Herzenssache“, der am 13.2.2015 von der Gläsernen Hütte abgehalten wurde, drehte sich, wie der Name schon verrät, ganz um das Thema Herz und Kreislauf. Zu Beginn wurden die Teilnehmern/innen in das Forschungsgebiet rund um Herz- und Kreislauferkrankungen eingeweiht. Anschließend wurde der Aufbau des Herzens näher erklärt, um das neu gewonnene Wissen gleich bei der Sezierung eines echten Hühnerherzens zu festigen. Die restliche Zeit stand dann für verschiedene Experimente zur Verfügung. Zum Beispiel um den eigenen Puls und Blutdruck zu untersuchen oder den Herzschlag eines Wasserflohs und um den Aufbau von Arterien und Venen unter dem Mikroskop kennen zu lernen. Abgerundet wurde der Workshop mit der Auswertung der in den Versuchen ermittelten Daten.

 

Fabio Rausch

Nachdem wir den Weg zur freien Universität Berlin zur Abteilung Physik gefunden hatten ging unser Workshop auch schon los. Ich hatte mich zu dem Thema Radioaktivität entschieden. Als ersten haben wir noch mal in einer kleinen Gruppe grundlegende Sachen zu diesem Thema wiederholt, beispielsweise wie ein Geiger-Müller Zähler funktioniert. Danach durften wir mit diesem Gerät in vierer Teams die Radioaktivität von verschiedenen Objekten messen wie zum Beispiel von einer Uhr aus den sechziger Jahren, bei der man eine sehr hohe Radioaktivität feststellen konnte. Anschließend haben wir eine kleine Menge des Radionuklides Radium 226 bekommen. Dieses haben wir dann an eine Apparatur befestigt, an deren gegenüberliegenden Seite ein Geiger-Müller Zähler befestigt war. Nun haben wir verschiedene Materialien zwischen dem Zähler und dem Radium gesteckt, um zu schauen wie stark die Strahlen von den Materialien absorbiert werden. Abschließend haben wir die Strahlen durch ein Magnetfeld geleitet und den Winkel zwischen dem Radium und dem Zähler verändert. Dadurch konnten wir feststellen in welche Richtung die Strahlen durch das Magnetfeld abgelenkt werden und konnten so daraus folgern, dass es sich um alpha-Strahlen handeln muss. Nach diesem Versuch haben wir noch von 2 Studierenden eine Studienberatung bekommen und durften zum Schluss in einen Raum gehen, in dem viele kleinere Versuche zur allgemeinen Physik aufgebaut waren, die wir selbstständig durchführen durften.

 

Michael Stenger

Die individuell verschiedenen Bestandteile der zweitägigen Veranstaltung waren für mich am Donnerstag ein Fachvortrag im Bereich Astroteilchenphysik und am Freitag ein sechsstündiger Workshop aus der anorganischen Chemie. In seiner Rede „Von Neutrinos und Erdbeeren am Südpol“ sprach Emanuel Jacobi, der Gastredner meiner Gruppe, über seinen einjährigen Forschungsaufenthalt in der Antarktis, die Herausforderungen im wortwörtlichen ewigen Eis und die physikalischen Ziele der Mission. Der zweite Tag war mit dem Workshop praxisorientiert, was sich bei mir in den Experimenten „Herstellung eines Glühstrumpfes“ und „Herstellung eines Supraleiters“ zeigt. Beide standen unter dem Leitwort Seltenerdmetalle (=Lanthanoide) und fanden im Fachbereich Chemie der Freien Universität Berlin statt. Sowohl der Vortrag wie auch der Workshop waren informativ, spannend und weckten mein Interesse auf diesen Gebieten sehr.

 

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