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Weg der Hoffnung


Vorstellung der Projekte der deutsch-kolumbianischen Stiftung „Weg der Hoffnung – Camino de la esperanza“ und Übergabe einer Spende des Arbeitskreises Fair Trade unter der Leitung von StRin Julia Brehm

Am Freitag waren am Franz-Ludwig-von-Erthal-Gynasium Herr Wolfgang Hock, einer der Vorsitzenden der Aschaffenburger Stiftung, Frau Zuleimi Gaviria Badillo und Herr Robinson Martinez Orozco zu Gast, zwei junge Leute aus der Gegend von Villavicencio, Kolumbien, denen mit Hilfe der Stiftung der Schulbesuch ermöglicht wurde und die jetzt studieren können. Der Arbeitskreis Fair Trade des Franz-Ludwig-von-Erthal-Gymnasiums überreichte eine Spende. Die Schüler*innen hatten in der Adventszeit Plätzchen gebacken und zugunsten der Stiftung verkauft; dazu kam der Gewinn aus dem Verkauf von Fair Trade Produkten in der Schule.

Wolfgang Hock stellte die jungen Kolumbianer vor, um deutlich zu machen, wie sehr sich der Lebensweg der beiden durch die Spenden aus Deutschland zum Guten gewandt hat.

Zuleimi (22) hat vier Geschwister, ihre Mutter ist schwerstkrank, ihr Mann hat die Familie verlassen und die Kinder mussten hungern. Die Familie wohnt mit Cousinen, Mutter und Großmutter zu neunt in einer Hütte. Seit dem 11. Lebensjahr konnte Zuleimi mit Hilfe der Stiftung zur Schule gehen. Sie war eine sehr gute Schülerin, machte Abitur und studiert jetzt an Abenden und am Wochenende im 4. Semester öffentliche Verwaltung. Ihr Studium finanziert sich Zuleimi durch die Mitarbeit in der Stiftung im Projekt Familienförderung, in dem ärmste Frauen unterrichtet werden. Das Projekt stellt ihnen Mikrokredite zur Verfügung, damit sie z.B. einen kleinen Laden, eine Suppenküche oder eine Nähstube eröffnen und damit ihre Familien ernähren können.

Robinson (19) kommt aus äußerst schwierigen Familienverhältnissen mit zwei Geschwistern und sechs Stiefgeschwistern. Zwei Onkel kämpften in dem Guerilla, die Mutter verließ, schwanger von einem anderem Partner die Familie. Das Militär vertrieb die gesamte Familie wegen ihrer Nähe zur Guerilla aus dem Heimatdorf und der Vater wohnte mit den Kindern in verschiedenen Elendshütten, sie wurden erneut vertrieben und ihre letzte Hütte wurde vom Hochwasser weggerissen. Der Vater versuchte, die Familie als Straßenverkäufer zu ernähren, ist aber kürzlich verstorben. Robinson kam als 12-Jähriger in Kontakt mit der Stiftung, begann seine Schulbildung und wurde im Jugendbauernhof der Stiftung aufgenommen. Nach dem Abitur mit hervorragenden Noten bekam Robinson ein staatliches Stipendium, studiert im 5. Semester Biologie und hilft derzeit neben dem Studium freiwillig bei der Tafel der Stiftung mit, die 2000 Hungernde versorgt.

Diese beiden Schicksale sind beispielhaft für die jetzt bereits 1.900 Kinder, Jugendliche und Frauen, denen der „Weg der Hoffnung“ dank der Spenden vor allem aus dem Raum Aschaffenburg die Chance auf Entwicklung ihrer Begabungen und ein besseres Leben schenkt. Der Ausbruch aus dem Elend ist so für viele möglich geworden.

Wolfgang Hock veranschaulichte mit Fotos und einem selbst gedrehten Film die Not der Armen in Villavicencio. Er zeigte, wie die Stiftung hilft, Kinder tagsüber aus den Slums zu holen. Viele von ihnen leiden nicht nur unter Hunger und Armut, sondern auch unter den Folgen des Bürgerkrieges. Sie werden tagsüber betreut, bekommen gesundes Essen und Kleidung und es wird ihnen ärztliche Versorgung und vor allem auch Schulbildung finanziert. Auf den Bildern der Einrichtungen für Behinderte, wird die sinnvolle Arbeit deutlich. Durch den „Weg der Hoffnung“ erhalten die Menschen in diesen Einrichtungen über das Kindesalter hinaus ein Leben in Würde und können durch sinnvolle Tätigkeiten, ihren Lebensunterhalt verdienen. Voller Stolz erzählte Hock von dem Jungbauernhof, den die Stiftung aus ihren Mitteln finanziert. Dort leben 120 Jugendliche, die bei allen nötigen Tätigkeiten mitarbeiten, aber auch zur Schule gehen und trotzdem auch genügend Freizeit haben. Ein großer Prozentsatz der Jugendlichen schafft aufgrund der guten Betreuung das Abitur. Und selbst wenn sie studieren wollen, unterstützt sie die Stiftung weiter. Wolfgang Hock betonte mehrfach, dass bei der Stiftung „Weg der Hoffnung“ keine Verwaltungskosten anfallen, da die ganze Arbeit ehrenamtlich geleistet wird. Zum Abschuss des Vortrags tanzten Zuleimi und Robinson, den sog. „Pferdetanz“, einen typischen Tanz aus ihrer Heimat.

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