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Recycling ist en vogue - und wirtschaftlich


Jugendliche gründen Firma mit grünem Daumen

Lohr. Im Schulhaus des Lohrer Gymnasiums fand am 21.06.2018 um 18 Uhr eine Firmengründung statt. Die Firma „ReDeck“ – bestehend aus 14 Schülerinnen und Schülern des Projektseminars Wirtschaft – stellte vor interessiertem Publikum ihr nachhaltiges Designprodukt vor.

Innerhalb der Schule eine Firma gründen und organisieren? Ja, das geht: Diesen Donnerstagabend gab das Unternehmen „ReDeck“ bei ihrer offiziellen Gründungsveranstaltung einen tiefen Einblick in ihre Firmenstruktur und bisherigen Resultate. Unterstützt wird das 14-köpfige P-Seminar durch die JUNIOR gGmbH, einer Organisation, welche u.a. von Wirtschaftsverbänden und Universitäten gefördert wird. So erhalten die Schüler die Möglichkeit als Unternehmen eine frühe Praxiserfahrung in der realen Geschäftswelt zu machen, ohne ein zu großes Risiko auf sich zu nehmen. Schon einige Jahre kooperiert Stefan Lausberger, der betreuende Lehrer des Seminars, mit JUNIOR. Jedes Mal kommen dabei interessante, erfolgreiche Verkaufsprodukte zustande. Auch die Jugendlichen von „ReDeck“ konnten ihre Kreativität unter Beweis stellen: „Zuerst hatten wir die Idee, einen Smoker aus Lebensmittelfässern zu bauen (…). Dann kamen wir darauf, einen Kugelgrill aus den Überdruckbehältern von Heizungen zu fertigen“, so schilderte Marius Haberkorn, der Geschäftsführer, in seiner Firmen-Präsentation die Phase der Ideenfindung. Wegen rechtlicher Einschränkungen konnten diese Ideen leider nicht umgesetzt werden. Das Team ließ sich dadurch aber nicht unterkriegen; das nächste Produkt sollte schließlich umgesetzt werden: Ein recyceltes Skateboardregal. Die Schülerinnen und Schüler bildeten nun eigenständige Abteilungen mit entsprechenden Leitern: Die Produktion (unter Christoph Volkening), Finanzen (unter Vivien Wedler), Marketing (unter Tristan Basic) und Verwaltung (unter Robin Stiege). Bald startete die Marketingabteilung über Social Media, wie Whatsapp und Snapchat, einige Umfragen zur Optimierung der Produktidee. Alte Skateboardbretter wurden aus dem Internet bestellt. Die Werkstatt der Mittelschule, in der die Produktion bereits zwei Prototypen herstellte, darf zweimal wöchentlich benutzt werden. Hier wird das Skateboardbrett mit deckendem Lack bemalt und auf ein selbstkonstruiertes Holzregal montiert. Die Vielfältigkeit des Möbelstücks ließ sich am Donnerstagabend erkennen: Es wurde als Bücher- oder aber Schuhregal präsentiert, auch die Zimmerpflanzen machten darauf eine richtig gute Figur. Das Produkt stellt ebenfalls die Inspiration für den Firmennamen dar: „Re“ ist die Abkürzung für Recycling und „Deck“ steht für die ausschließliche Verwen dung des Skateboard brettes. Das trendige Möbelstück bekam anlässlich der Skateboardmeisterschaften in Lohr am 19.05.2018 durch die Marketingabteilung seinen ersten öffentlichen Auftritt. An einem Informationsstand wurden erste Käufer gewonnen. Das Finanzmanagement erstellte eine Kostenkalkulation und richtete ein Firmenkonto ein. Somit konnten am Donnerstag Anteilscheine am Unternehmen im Wert von jeweils 10€ verkauft werden. Mit dem Geld werden zunächst einmal zehn Einzelstücke vorfinanziert. 30€ soll ein Regal kosten. Für das individuelle Unikat gestaltet die Produktion verschiedene Farbvarianten: Schwarz, weiß, türkis oder natur belassen. Die Produktion startet Mitte September zum Schuljahresbeginn 2018/19. Gerne nimmt „ReDeck“ schon jetzt Bestellungen entgegen. Auf facebook, instagram und www.redeck-lohr.de kann man die Skateboardregale finden. Für weitere Informationen und Vorbestellungen kann man sich auf der Website an „ReDeck“ wenden.

In Bluse und Anzug zeigten sich die Schüler bei der Firmengründung sehr professionell und motiviert. Sie stehen voller Elan hinter ihrem Projekt und es scheint, als könnten sie kaum erwarten, ihr Unternehmen zum nächsten Schritt zu führen. Es ist fast eindeutig: Das sind die GeschäftsführerInnen von morgen.

Jana Scherg

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