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28.10.2019-01.11.2019
Herbstferien

1. Klimatag am Gymnasium Lohr


1.    Klimatag am Gymnasium Lohr

Mittwoch, 24. Juli 2019, 14 Uhr: 36,4 °C im Schatten

Ist das schon der Klimawandel oder ist das (schon wieder) nur Extremwetter? Und am nächsten Tag soll es noch heißer werden!

Mit dem Thema Klimawandel beschäftigte sich die achte Jahrgangsstufe des Franz-Ludwig-von-Erthal-Gymnasiums an diesem sehr warmen Tag. Im ersten Teil der Fachschaft Physik sollten mögliche Ursachen theoretisch und in Experimenten erfahren werden – v.a. durch eine Steigerung der CO2-Konzentration in der Luft.

Neben Recherchen im Internet u.a. beim Deutschen Wetterdienst (dwd) und einem Vergleich der Wetterdaten der letzten Jahre konnten die Schülerinnen und Schüler anhand ausgesuchter Experimente eines „Klimakoffers“ mögliche Einflüsse und Auswirkungen auf das Klima praktisch erproben.

Der „Klimakoffer“ ist eine Sammlung von Experimenten zum Thema Klimawandel. Entwickelt wurde er von Frau Dr. Cecilia Scorza und Herrn Prof. Harald Lesch an der Physik-Fakultät der LMU München. Beide besuchten das Gymnasium letzten Herbst im Rahmen des Regionalforums MINT100 (MINT-EC) und stellten dabei den „Klimakoffer“ vor.

Nun durften die Schülerinnen und Schüler der achten Jahrgangsstufe Experimente zu den Themen Gleichgewichtstemperatur und Albedo der Erdoberfläche, Erwärmung verschiedener Luftschichten, Absorption von Wärmestrahlung durch CO2, anthropogener Treibhauseffekt,

Klimapuffer Ozeane, Sonnenstrahlung und die Klimazonen der Erde und Anstieg des Meeresspiegels durchführen. Eine kurze Zusammenfassung vervollständigte das Bild, dass wir Menschen es selbst in der Hand haben. Große Sorge bereitete v.a. die Erkenntnis des Teufelskreislaufs zur Erderwärmung. Wenn mehr Eis von der Erdoberfläche schmilzt verliert die Erde viele weiße Flächen – sie wird „dunkler“ und kann weniger Strahlung zurückwerfen. Die Folge ist eine weitere Erwärmung der Erde mit weiterer Eisschmelze, usw.

Beindruckend war auch der eindeutig experimentell nachweisbare Einfluss einer höheren CO2-Konzentration in der Atmosphäre und der unterschiedliche Einfluss einer Eisschmelze am Nord- bzw. Südpol auf den Anstieg des Meeresspiegels.

Die neuen bzw. aufgefrischten Erkenntnisse zum Klimawandel beeindruckten die Schülerinnen und Schüler sehr. Die Hoffnung bleibt, dass der menschgemachte Klimawandel noch abwendbar oder eindämmbar ist und der „point of no return“ vermieden werden kann.

 

Schulstreiks für das Klima bzw. „Fridays for future“ polarisieren und fast jeder hat eine eigene Meinung zu ihnen. Um den Schülerinnen und Schülern der achten Jahrgangsstufe diese Materie näherzubringen und ihnen zu ermöglichen, auf Augenhöhe auch mit Erwachsenen zu diskutieren, fand ein zweites Modul der Fachschaft Geographie zum Thema „Klimawandel“ statt.

Dabei erfuhren die Jugendlichen den wichtigen Unterschied zwischen dem natürlichen Treibhauseffekt („Klimaschwankungen gab es schon immer!“)  und dem anthropogenen, also dem vom Menschen verursachten Klimawandel, welcher an die weltweite Bevölkerungsexplosion, die Industrialisierung und der damit verbundenen Zunahme von Treibhausgasen wie Kohlendioxid, Methan, Lachgas und Fluorverbindungen in der Atmosphäre seit dem ausgehenden 18.Jahrhundert gekoppelt ist.

Neben den Ursachen wurden zudem die befürchteten und bereits spürbaren Auswirkungen des Klimawandels thematisiert, die nicht nur in fernen Entwicklungsländern, sondern ebenso in unserer Heimat spürbar sind. Exemplarisch seien neben Extremwetterereignissen (Hitze, Trockenheit, Stürme etc.) wachsende gesundheitliche Risiken durch Herzkreislauf-, Infektions- und Hautkrebserkrankungen genannt.

Als nächsten Schritt errechneten die Schülerinnen und Schüler ihren eigenen CO2-Fußabdruck, der bei jedem Teilnehmer deutlich über einem nachhaltigen Wert lag, und reflektierten im Anschluss die Lebensgewohnheiten in Industrieländern wie Deutschland, die hauptverantwortlich für den anthropogenen Treibhauseffekt sind.

Zuletzt wurden mögliche Maßnahmen für eine Reduktion des ökologischen Fußabdrucks diskutiert, sowohl auf persönlicher als auch auf überregionaler Ebene. Dabei wurde schnell klar, dass die Jugendlichen ihr eigenes Verhalten sehr kritisch hinterfragen und zukünftige Entscheidungen bewusster fällen werden können.

Mit den Worten von Greta Thunberg: „Ich habe gelernt, dass man nie zu klein dafür ist, einen Unterschied zu machen.“

 

Markus Ruf und Thomas Keßelring, Franz-Ludwig-von-Erthal-Gymnasium

 

 

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