Vier Kerzen ...


Vier Kerzen brannten am Adventskranz
und draußen war es ganz still.
So still, dass man hörte, wie die Kerzen
miteinander zu reden begannen.

Die erste Kerze seufzte und sagte:
„Ich heiße FRIEDEN. Mein Licht gibt Sicherheit und Wärme, doch die Menschen halten keinen Frieden. Sie wollen mich nicht.“
Ihr Licht wurde kleiner und kleiner und verlosch schließlich ganz.

Die zweite Kerze flackerte und sagte.
„Ich heiße GLAUBEN. Aber ich fühle mich überflüssig. Die Menschen glauben an nichts mehr. Es hat keinen Sinn, dass ich brenne.“
Ein Luftzug wehte durch den Raum, und die zweite Kerze war aus.

Leise und sehr zaghaft meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort:
„Ich heiße LIEBE. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen; denn die Menschen sind zu Egoisten geworden. Sie sehen nur sich selbst und sind nicht bereit einander glücklich zu machen.“
Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.

Da kam ein Kind ins Zimmer. Verwundert schaute es die Kerzen an und sagte:
„Aber ihr sollt doch brennen und nicht aus sein.“

Da meldete sich die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte:
„Hab keine Angst, denn solange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen immer wieder anzünden. Ich heiße HOFFNUNG.

Mit einem kleinen Stück Holz nahm das Kind Licht von dieser Kerze und erweckte Frieden, Glaube und Liebe wieder zu Leben.

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Am 3. Advent kam das Friedenslicht in unsere Pfarrgemeinden. Dieses kleine Licht wird an der Geburtsgrotte Jesu in Betlehem entzündet und macht sich von dort aus auf einen langen Weg. Bis zu uns hat es über 3000 Kilometer zurückgelegt und wartet nun in unseren Kirchen, dass es sich ein jeder holen und weitergeben kann. Zum Thema hat es sich dieses Jahr „Frieden überwindet Grenzen“ ausgesucht, was zur aktuellen Situation passt wie kein anderes. Wir erleben tagtäglich, wie eng unsere Grenzen sind: Wegen der Corona-Pandemie dürfen wir nicht mehr alles, Ländergrenzen scheinen fast unüberwindbar und auch wir selbst stoßen an unsere persönlichen Grenzen. Die kleine Friedenslicht-Flamme symbolisiert, dass aber Licht und Frieden keine Grenzen kennen. Und deshalb immer die Kraft hat, andere Kerzen und Menschen wieder zu entflammen - wie in unserer Geschichte.

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Andacht Schirm und Schutz


Zwar konnten wir zu Beginn des Schuljahres leider  keinen Gottesdienst gemeinsam - als gesamte Schulfamilie - feiern, dennoch freuen wir uns, dass es möglich war, zumindest mit den einzelnen Jahrgangsstufen gemeinsam zu beginnen.

Bilder und Gedanken aus der Andacht für die 5. bis 10. Jahrgangsstufe könnt ihr / können Sie auf der Seite der Fachschaft Religionslehre abrufen.

Diese stand unter dem Thema „Unter Gottes Schutz und Schirm geborgen“.

 

 

 

Luther-Socken und die 95 Thesen


Eröffnung der Luther-Ausstellung am Franz-Ludwig-von-Erthal-Gymnasium

Wer in diesem Jahr mit offenen Augen durch die Welt gegangen ist, konnte überall Hinweise auf das Reformationsjubiläum finden. Da gab es große Plakate: 500 Jahre Reformation. Viele Veranstaltungen wie Konzerte, das Luther-Boot, die Landesausstellung in Coburg usw. Sogar einen freien Tag hat uns das Reformationsjubiläum beschert: Der Reformationstag am 31.10. ist dieses Jahr ein Feiertag.

Darüber hinaus konnte man auch auf einige skurrile Sachen stoßen, bei denen der Zusammenhang zur Reformation nicht immer gleich erkennbar war: Das Luther-Bier ist noch akzeptabel, schließlich sagt man Luther nach, dass er gerne gegessen und getrunken habe. Luther-Tomaten und Luther-Eis sind dann schon etwas abwegiger und bei Luther-Ausstechformen zum Plätzchenbacken und Luther-Quietschentchen macht sich ein dickes Fragezeichen breit. Die Schüler des Franz-Ludwig-von-Erthal-Gymnasiums wollten sich nicht mit solchen Oberflächlichkeiten abfinden, sondern haben die Theologie Luthers, v.a. die 95 Thesen, anlässlich der feierlichen Eröffnung der Plakat-Ausstellung am 16.10.17 in der Aula des Gymnasiums noch einmal genau unter die Lupe genommen.

Nach einer Begrüßung durch die Lehrkräfte der Fachschaft Religion (Frau Roth und Frau Siegismund) und einem Grußwort des Schulleiters Dr. Bernd Rottenbacher stellten die evangelischen Schüler der 7. Jahrgangsstufe in einem Anspiel verschiedene Sichtweisen auf das Thema Schuld vor. Große schwarze Flecken auf den Kostümen der Schüler versinnbildlichten dabei den abstrakten Begriff der Schuld. Im Anschluss analysierten und deuteten die evangelischen Schüler der 10. Jahrgangsstufe das kleine Theaterstück und leiteten zu Luthers Äußerungen zum Thema Schuld über. Im Rahmen eines Unterrichtsprojektes hatten sich die Zehntklässler intensiv mit den 95 Thesen beschäftigt. Die Schüler wählten jeweils zwei Thesen aus und erarbeiteten im Unterricht dazu eine Erklärung und einen Kommentar, den sie bei der Eröffnungsfeier vortrugen. Wie zu Luthers Zeiten wurden die Thesen an eine Tür genagelt, aber gleichzeitig durch die Auslegung der Schüler mit der heutigen Zeit verknüpft. Die Jugendlichen bemängelten v.a. die soziale Ungerechtigkeit, die es reichen Menschen im Mittelalter erlaubte, sich einfach von ihren Sünden loszukaufen, während arme Menschen nicht in der Lage waren, einen Ablassbrief zu kaufen. Gleichzeitig wiesen sie aber auch darauf hin, dass viele Menschen heute ebenfalls dazu neigen, sich z.B. durch Spenden von ihrem schlechten Gewissen zu befreien.

Pfarrer Nachtrab aus Partenstein und Pfarrer Johannsen vertieften die Überlegungen der Schüler in ihren nachfolgenden Vorträgen. Herr Nachtrab machte darauf aufmerksam, dass man Schuld nicht von sich wegschieben, sondern sich ihr stellen sollte. Leben bedeutet, sich immer neu von Gott vergeben zu lassen und darauf zu vertrauen, dass Gott das Gute, das er in den Menschen hineingelegt hat, hervorholt. Herr Johannsen betont, dass der Ablass die Menschen daran erinnert, dass sie keine weiße Weste tragen, sondern Verantwortung für ihr Handeln übernehmen müssen. Beide Redner hielten fest, dass heute Einigkeit zwischen evangelischen und katholischen Christen darüber herrscht, dass die Tür zum Himmel nicht nur zahlungskräftigen Menschen offensteht.

Von 10.25 bis 11.55 Uhr fand für alle Schüler der 8. und 9. Jahrgangstufen eine Theateraufführung mit dem Titel „Mensch Luther“ ebenfalls in der Aula statt. In dem Stück musste ein Schüler, der so gar keine Lust auf Geschichte hat, ein Referat über Luther halten. Die beiden Darsteller der Schauspielschule Leipzig inszenierten die Vorbereitung des Vortrages, in die sie immer wieder Szenen aus dem Leben Martin Luthers einflochten. Die Veranstaltung endete in den letzten beiden Schulstunden mit einem Luther-Kino für die Unterstufe, bei dem verschiedene vom Kultusministerium empfohlene Filme zum Thema Reformation gezeigt wurden.

 

 

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