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Luther-Socken und die 95 Thesen


Eröffnung der Luther-Ausstellung am Franz-Ludwig-von-Erthal-Gymnasium

Wer in diesem Jahr mit offenen Augen durch die Welt gegangen ist, konnte überall Hinweise auf das Reformationsjubiläum finden. Da gab es große Plakate: 500 Jahre Reformation. Viele Veranstaltungen wie Konzerte, das Luther-Boot, die Landesausstellung in Coburg usw. Sogar einen freien Tag hat uns das Reformationsjubiläum beschert: Der Reformationstag am 31.10. ist dieses Jahr ein Feiertag.

Darüber hinaus konnte man auch auf einige skurrile Sachen stoßen, bei denen der Zusammenhang zur Reformation nicht immer gleich erkennbar war: Das Luther-Bier ist noch akzeptabel, schließlich sagt man Luther nach, dass er gerne gegessen und getrunken habe. Luther-Tomaten und Luther-Eis sind dann schon etwas abwegiger und bei Luther-Ausstechformen zum Plätzchenbacken und Luther-Quietschentchen macht sich ein dickes Fragezeichen breit. Die Schüler des Franz-Ludwig-von-Erthal-Gymnasiums wollten sich nicht mit solchen Oberflächlichkeiten abfinden, sondern haben die Theologie Luthers, v.a. die 95 Thesen, anlässlich der feierlichen Eröffnung der Plakat-Ausstellung am 16.10.17 in der Aula des Gymnasiums noch einmal genau unter die Lupe genommen.

Nach einer Begrüßung durch die Lehrkräfte der Fachschaft Religion (Frau Roth und Frau Siegismund) und einem Grußwort des Schulleiters Dr. Bernd Rottenbacher stellten die evangelischen Schüler der 7. Jahrgangsstufe in einem Anspiel verschiedene Sichtweisen auf das Thema Schuld vor. Große schwarze Flecken auf den Kostümen der Schüler versinnbildlichten dabei den abstrakten Begriff der Schuld. Im Anschluss analysierten und deuteten die evangelischen Schüler der 10. Jahrgangsstufe das kleine Theaterstück und leiteten zu Luthers Äußerungen zum Thema Schuld über. Im Rahmen eines Unterrichtsprojektes hatten sich die Zehntklässler intensiv mit den 95 Thesen beschäftigt. Die Schüler wählten jeweils zwei Thesen aus und erarbeiteten im Unterricht dazu eine Erklärung und einen Kommentar, den sie bei der Eröffnungsfeier vortrugen. Wie zu Luthers Zeiten wurden die Thesen an eine Tür genagelt, aber gleichzeitig durch die Auslegung der Schüler mit der heutigen Zeit verknüpft. Die Jugendlichen bemängelten v.a. die soziale Ungerechtigkeit, die es reichen Menschen im Mittelalter erlaubte, sich einfach von ihren Sünden loszukaufen, während arme Menschen nicht in der Lage waren, einen Ablassbrief zu kaufen. Gleichzeitig wiesen sie aber auch darauf hin, dass viele Menschen heute ebenfalls dazu neigen, sich z.B. durch Spenden von ihrem schlechten Gewissen zu befreien.

Pfarrer Nachtrab aus Partenstein und Pfarrer Johannsen vertieften die Überlegungen der Schüler in ihren nachfolgenden Vorträgen. Herr Nachtrab machte darauf aufmerksam, dass man Schuld nicht von sich wegschieben, sondern sich ihr stellen sollte. Leben bedeutet, sich immer neu von Gott vergeben zu lassen und darauf zu vertrauen, dass Gott das Gute, das er in den Menschen hineingelegt hat, hervorholt. Herr Johannsen betont, dass der Ablass die Menschen daran erinnert, dass sie keine weiße Weste tragen, sondern Verantwortung für ihr Handeln übernehmen müssen. Beide Redner hielten fest, dass heute Einigkeit zwischen evangelischen und katholischen Christen darüber herrscht, dass die Tür zum Himmel nicht nur zahlungskräftigen Menschen offensteht.

Von 10.25 bis 11.55 Uhr fand für alle Schüler der 8. und 9. Jahrgangstufen eine Theateraufführung mit dem Titel „Mensch Luther“ ebenfalls in der Aula statt. In dem Stück musste ein Schüler, der so gar keine Lust auf Geschichte hat, ein Referat über Luther halten. Die beiden Darsteller der Schauspielschule Leipzig inszenierten die Vorbereitung des Vortrages, in die sie immer wieder Szenen aus dem Leben Martin Luthers einflochten. Die Veranstaltung endete in den letzten beiden Schulstunden mit einem Luther-Kino für die Unterstufe, bei dem verschiedene vom Kultusministerium empfohlene Filme zum Thema Reformation gezeigt wurden.

 

 

Spuren jüdischen Lebens in Franken


Spurensuche der 9. Jahrgangsstufe auf dem jüdischen Friedhof in Laudenbach und im jüdischen Museum „Shalom Europa“ in Würzburg

Die Exkursion mit der 9. Jahrgangsstufe nach Würzburg ins „Shalom Europa“ (Friede über Europa), das neben einem Museum mit Informationstafeln sowie Ausstellungsstücken der jüdischen Religion auch ein Dokumentationszentrum sowie eine Synagoge und eine Mikwe beherbergt, ist am Lohrer Gymnasium schon zur Tradition geworden.

In diesem Schuljahr wurde diese Fahrt verknüpft mit einem Besuch des jüdischen Friedhofs in Laudenbach. In zwei Gruppen informierten sich die Schülerinnen und Schüler zum einen über Glauben, Brauchtum und Sitten anhand der Ausstellungsstücke im Museum, zum anderen über den letzten Weg im Leben eines Juden, eindrucksvoll geschildert von Herrn Schnabel, der sich seit Jahren mit der Geschichte des Friedhofs in Laudenbach beschäftigt.

 

 

Schlussgottesdienst Schuljahr 2015/16


Schlussgottesdienst zum Schuljahr 2015/2016
unter dem Motto „…und über uns ein Regenbogen!“



Am Freitag, dem 29.07.2016 beschloss die Schulfamilie des Erthal-Gymnasiums den letzten Schultag mit einem ökumenischen Wortgottesdienst. Ausgangspunkt waren die gewaltigen Wetterkapriolen, die wir in diesem Jahr erlebten: Hagel, Sturm, Regenschauer und Hochwasser in einigen Teilen Deutschlands, der abrupte Wechsel zwischen Hitze und Kälte, zwischen Regen und Sonne an aufeinanderfolgenden Tagen. Regentage und Sonnentage gab es auch in diesem Schuljahr, darauf verwiesen einige Schülerinnen der 7. Jahrgangsstufe und brachten ihre Gedanken zum zurückliegenden Schuljahr zum Ausdruck. Wofür möchten wir Gott danken? Was ist gut gelaufen? Wann hat es aber auch Streit und Probleme gegeben? Wie möchten wir in Zukunft miteinander umgehen? Bei all diesen Fragen begleitet uns Gott und diese Begleitung wird im Zeichen seines Bundes mit den Menschen, im Regenbogen, sichtbar. Anschaulich entfaltete StD Arno Henning in seiner (letzten) Predigt diesen Gedanken. Er zog Parallelen von der Sintflut-Erzählung im Alten Testament zur aktuellen politischen und gesellschaftlichen Situation sowie zur Verpflichtung der Schule: „Gerade erst haben wir auf unserem Schulfest öffentlich gemacht, dass das Erthal-Gymnasium Lohr ganz bewusst im Zeichen der Regenbogenfarben agiert. Wir haben uns ja auf der Feier verpflichtet, den Geist der Geschwisterlichkeit und der Vielfältigkeit zu leben und aktiv umzusetzen. Als FairTrade-Schule und als Mitglied des Netzwerkes „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ wollen wir unseren Beitrag leisten, damit die Solidarität, Toleranz und Akzeptanz, zu der sich die Stadt Lohr insgesamt bekennt, auch in unserem Lebensbereich umgesetzt wird. Machen wir es wie Gott: Verbünden wir uns unter dem Zeichen der farbigen Vielfalt und der versöhnten Verschiedenheit und helfen uns gegenseitig, in der Schule und in unserem privaten Umfeld (…), denn der Dienst am Nächsten ist auch Gottesdienst.“ In diesem Sinne schlossen sich die Fürbitten an:

Herr, ich möchte wie ein Regenbogen sein,
über den man sich freut,
wenn man ihn sieht -
bunt wie das Leben.

Brücken bauen möchte ich
wie ein Regenbogen
zu Menschen und Gott -
Verbindung sein zwischen Hass und Liebe,
zwischen Traurigkeit und Freude.

Herr, ich möchte wie ein Regenbogen sein:
verlässlich und treu,
wo Regen und Wolken vergehen
und die Welt eintaucht in ein helles Licht.

Du gabst uns deine Zusage, Herr,
und erinnerst uns immer wieder neu
an deinen Bund mit uns.
Dein Regenbogen lässt uns hoffen und vertrauen.

Am Ende des Gottesdienstes dankte der evangelische Dekan, Till Roth, den Mitwirkenden und verabschiedete StD Arno Henning in den verdienten Ruhestand. Allen Schülern, deren Eltern sowie allen Kollegen, vor allem aber denen, die die Schule verlassen, sei der folgende Segen zugesprochen:

Gott gebe dir für jeden Sturm einen Regenbogen,
für jede Träne ein Lachen,
für jede Sorge eine Aussicht
und Hilfe für jede Schwierigkeit.
Für jedes Problem, das das Leben schickt,
einen Freund, es zu teilen,
für jeden Seufzer ein schönes Lied
und eine Antwort auf jedes Gebet.

(Andrea Pöschl)

 

 

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