„Hoy me gustaría presentarles mi lengua materna, el español.“ „Isso era português.“ Solche Sätze waren während der Woche der Muttersprache im Schulzentrum Nägelsee zu hören. Ein besonderes Highlight waren Durchsagen von Schülern, die darin entweder ihre Muttersprache, Besonderheiten der Kultur oder eine Lebensweisheit zum Besten gaben. Insgesamt zwanzig Sprachen: Spanisch, Italienisch und Portugiesisch, Englisch und Französisch sowie Holländisch oder Finnisch, verschiedene osteuropäische Sprachen wie Russisch, Ukrainisch, Rumänisch, Polnisch und Litauisch. Zudem erklangen Hindi, Khmer, Arabisch, Persisch und Türkisch sowie Chinesisch und Swaheli – beeindruckend.
Der Internationale Tag der Muttersprache ist ein von der UNESCO ausgerufener Gedenktag zur „Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit“. Er wird seit dem Jahr 2000 jährlich im Februar begangen. Die Muttersprache ist die erste Sprache, die eine Person in der Kindheit erlernt und die im unmittelbaren sozialen Umfeld gesprochen wird. Sie spielt eine zentrale Rolle in der kognitiven Entwicklung. Zudem prägt sie die Art und Weise, wie Individuen die Welt wahrnehmen und interpretieren. Die Muttersprache ist tief mit der kulturellen Identität und den emotionalen Bindungen eines Menschen verknüpft.
Anlässlich der Aktionswoche gestaltete die Schulfamilie einen Büchertisch. Teilweise stammten die Medien aus dem Fremdsprachenbereich der Bücherei, zum Teil hatten Schüler bzw. Lehrkräfte von Mittelschule und Gymnasium diese als Leihgabe für die Ausstellung abgegeben. Die kleine Präsentation konnte in den Pausen und im Rahmen des Unterrichts besucht werden. Sie wurde von Lehrpersonen bzw. Verwaltungskräften des Medienateliers betreut. Kurios waren Büchlein im Hamburger Dialekt und auf Plattdeutsch. Zudem konnten die Kinder am Basteltisch mit Hilfe einer Vorlage Lesezeichen gestalten und ihren Namen in verschiedenen Schriftzeichen gestalten, zum Beispiel mit griechischen oder kyrillischen Buchstaben.
Die Erfahrung bei Gesprächen hat gezeigt, dass viele Schüler großes Interesse daran haben, ihre eigene Sprache und Kultur zu teilen. Das sollte gefördert werden. Mitglieder beider Schularten nutzten die Gelegenheit, interessierten Zuhörern aus den mitgebrachten Büchern vorzulesen. So war neben einem italienischen Textausschnitt auch eine rumänische und persische Variante zu hören. Eine Lehrerin der Mittelschule trug eine polnische Kurzgeschichte vor. Erstaunlich war dabei, dass man tatsächlich den Sinn des Gelesenen und das ein oder andere Wort erraten konnte. Besonders beeindruckte der Vortrag eines Mädchens der 5. Klasse. Diese rezitierte frei, in arabischer Sprache, die Verse eines Gedichts. Dieses handelte von Frieden und Gemeinschaft. Man wünscht sich angesichts der Situation in der Welt, dass die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft solch eine Haltung des offenen Dialogs und Respekts an den Tag legen wie das die Schüler während der Aktionswoche getan haben.
Text: Andrea Pöschl, Sabine Dippel
Bilder: Andrea Pöschl, Svenja Scholz








