Nägelseestraße 8, 97816 Lohr am Main 09352 500 4220 sekretariat@gymnasium-lohr.de Mo-Do: 8-15 Uhr, Fr: 8-13 Uhr
Spiel der Lohrer Puppenbühne mit Friedel Liedhegener und Kindern der 5. Klassen des Gymnasiums

Wenn die adventliche Zeit beginnt, darf ein Film im Programm des öffentlich-rechtlichen Fernsehens nicht fehlen: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Und auch andere Märchenfilme stehen vor Weihnachten hoch im Kurs. Ebenso ist das Spiel des Lohrers Friedel Liedhegener ein fester Bestandteil des außerunterrichtlichen Angebots für die Unterstufe des Lohrer Gymnasiums. Liedhegener nimmt in seinem Puppenspiel die Kinder der fünften Klasse mit auf eine Reise in den Orient und nach Asien. Die in Indien gefertigten, liebevoll gestalteten Figuren und Tiere lassen die märchenhaften Geschichten lebendig werden.

Im ersten Abenteuer entführte der Lohrer die Kinder ins „Schloss auf dem Glasberg“: Der Prinz wird von einem Vogel entführt und sieht in dessen Garten eine wunderschöne Prinzesin, die er unbedingt heiraten will. Mit Klugheit und List bringt er ein Tuch, das ihn unsichtbar machen, und einen Stab, der in zu jedem erdenklichen Platz auf der Welt bringen kann, an sich. Er folgt Spur der Prinzessin bis ans Ende der Welt und findet sie schließlich in einem Schloss auf dem Glasberg. Prüfung bestanden! Die Hochzeit kann gefeiert werden. Im zweiten Märchen musste die Nachfolge des Königs entschieden werden, die schließlich Prinz Achmed aufgrund des Einwirkens einer Fee antritt. Diese sorgte dafür, dass der etwas angeberische junge Mann die gestellten Aufgaben erfüllen konnte. Für die egoistische große Schwester des Prinzen wünschten sich die Kinder, dass sie als Säule erstarrt bleiben soll. Deshalb kann man sie heute noch in einem Garten in Indien bestaunen.

So mischten sich Märchen, Liebes- und Abenteuergeschichte, die die Schülerinnen und Schüler auch deshalb fesselten, weil sie in die Rollen der einzelnen Figuren schlüpfen und die Puppen agieren lassen durften. Das faszinierte die Zehnjährigen: Sie blieben nicht nur Zuschauer, sie waren nicht nur dabei, sondern sie wurden in die Abenteuer der Figuren involviert. Sie wurden zu König und Königin, zu Prinz und Prinzessin, der guten oder bösen Fee oder zum Vogel, der die Prinzessin auf den Glasberg trägt. Während die Kinder sich wie selbstverständlich in ihre jeweilige Rolle hineindachten, erfreuten sich die Lehrkräfte an der sichtbaren Spielfreude ihrer Schülerinnen und Schüler.

Friedel Liedhegener berichtet am Ende von seinen Erfahrungen im „wirklichen“ Indien und von seinen kuriosen Begegnungen sowie spannenden Erlebnissen dort vor Ort. Diese wahren Begebenheiten interessierten die Kinder ebenso wie die erfundenen Märchen. Zum Deutschunterricht gehört eben beides: Wissen über die Welt und Verzaubertsein von der Welt.

 

Text und Bild: Andrea Pöschl

stehend von links: Karin Kemmer-Frank, Lillith Hofstötter, Lena Hofmann, Leni Heidenfelder, Svenja Scholz
sitzend von links: Marie Glaab, Ndapewa Günther



Sichtbare Lesefreude beim Schulentscheid

Ndapewa Günther wurde zur besten Vorleserin am Gymnasium in Lohr am Main gewählt. Die Sechstklässlerin setzte sich im Vorlesewettbewerb am 5. Dezember 2025 gegen drei Mitschülerinnen durch. Jungen waren in der Finalistengruppe zwar leider keine vertreten, aber bei Erkrankung hätten sie als Nachrücker gut einspringen können.

Mit Engagement und Lesefreude waren die Schülerinnen der Klassen 6a und 6b am Start und stellten Passagen aus ihren Lieblingsbüchern vor. Vor allem spannende, aber auch lustige Textseiten wurden von den Kindern der Unterstufe gewählt. Die vorgelesenen Szenen stammten zum Beispiel aus der Kinder- und Jugendbuchreihe „Woodwalkers“ oder dem beliebten Kinderbuch „Ein Mädchen namens Willow“ von Sabine Bohlmann. Ein Mädchen las eine Textstelle aus „Die Schule der magischen Tiere – Das Buch zum Film“, während sich eine andere Teilnehmerin vom Bücherregal ihres Bruders inspirieren ließ und eine Stelle aus dem mittlerweile schon zum Klassiker avancierten Comicroman „Greg’s Tagebuch“ von Jeff Kinney zum Besten gab.

Neben diesen vorbereiteten Textzeilen mussten die Mädchen auch beim Vorlesen eines unbekannten Textes bestehen. Hierfür hatten die Lehrkräfte das Jugendbuch „Immer kommt mir das Leben dazwischen“ ausgesucht. Darin geht es um Karl, der – seit ihm im Traum sein toter Opa erschienen ist – unbedingt Youtube-Star werden will. Aber immer kommt ihm etwas dazwischen: Seine Oma will in eine Hippie-WG ziehen und seine Cousins lüften ein Familiengeheimnis. Kathrin Schrocke ist 2024 für ihren Jugendroman „Weiße Tränen“ mit dem Lohrer Lesepreis im Rahmen des Lohrer Literaturfestivals ausgezeichnet worden. Sie beschreibt diese Geschichte von Karl mit Humor und Herz, sodass man als Leser gleichzeitig lachen muss, aber auch traurig sein kann.

Ndapewa Günther aus Klasse 6b konnte diese Mischung der Gefühle am besten von allen vier Leserinnen in den ihr unbekannten Text legen und deshalb die Jury mit ihrer Vorleseleistung überzeugen. Sie wird im Februar ihre Schule auf Kreisebene vertreten. Auf dem zweiten Platz landete Marie Glaab, Klasse 6a. Die beiden anderen Kandidatinnen lagen in ihren guten Leistungen so nah beieinander, dass es der Jury – bestehend aus Lillith Hofstötter, Schülerin der 8. Klasse und Gewinnerin des Kreisentscheids von 2023, sowie Studiendirektorin Karin Kemmer-Frank sowie Verwaltungsfachkraft Svenja Scholz – schwer fiel, hier weitere Abstufungen vorzunehmen.

Alle klassen- und schulbesten Vorleserinnen wurden mit einer Urkunde ausgezeichnet. Zusätzlich erhielten sie als Dankeschön für ihr Engagement und den Mut, vor Klassenkameraden aufzutreten, etwas Süßes und Buchgeschenke bzw. Kalender. Diese waren zum Teil von der Buchhandlung Schöningh gespendet worden.

Bundesweit nehmen jährlich rund 600.000 Schülerinnen und Schüler der 6. Klassenstufe am Vorlesewettbewerb teil. Er ist einer der größten und traditionsreichsten Schülerwettbewerbe Deutschlands und steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Die Stiftung Bildung und Soziales der Sparda-Bank fördert die Entscheide auf der regionalen Ebene.

Autorin Stefanie Gregg liest in Lohr - Literatur trifft Heimatverbundenheit

Am 30. April durften sich Literaturbegeisterte auf einen besonderen Besuch freuen: Die bekannte Autorin Stefanie Gregg kam für zwei von Krystyna Kuhn moderierte Lesungen in ihre frühere Heimatstadt Lohr. Im Gepäck hatte sie nicht nur ihren Roman „Glaskind“, sondern auch viele persönliche Erinnerungen an ihre eigene Schulzeit am Lohrer Gymnasium.

Die Veranstaltung, die von der VHS, der Stadtbibliothek, der Kulturinitiative, dem Verein der Freunde des Gymnasiums, der Lohrer Buchhandlung Schöningh sowie dem Jugendreferat der Stadt organisiert und gefördert wurde, richtete sich vor allem an Schülerinnen und Schüler – mit dem Ziel, junge Menschen für Literatur zu begeistern.

Am Vormittag und Abend las Stefanie Gregg im Rahmen zweier Jubiläen: des 50-jährigen Jubiläums des Nägelsee-Schulzentrums und des 10-jährigen Jubiläums der Kooperation zwischen der Stadtbibliothek Lohr und Schulbibliothek Nägelsee. Der Vormittag fand in der Stadthalle Lohr vor Schulklassen des Gymnasiums und der Realschule statt. Dabei blieb es nicht nur bei einer klassischen Lesung: Gregg gab im Gespräch mit den Jugendlichen Einblicke in ihren Werdegang – von den ersten Schreibversuchen bis zur erfolgreichen Schriftstellerin. Auch ihre Erinnerungen an die eigene Schulzeit, das Verhältnis zu früheren Lehrerinnen und Lehrern waren dabei Thema, vor allem ihre Erfahrungen in der Schultheatergruppe, zu denen sie heute noch sagt: „Das war damals mein Leben und hat mich lange geprägt.”

Am Abend lud Stefanie Gregg dann zur öffentlichen Lesung ins Alte Rathaus, wo sie aus ihrem aktuellen bewegenden Roman „Glaskind“ las, der nach Bewertung der zahlreichen Literaturkritiken eine Geschichte erzählt, die unter die Haut geht. Der Begriff „Glaskind“ steht dabei sinnbildlich für Kinder, die in Familien mit schwer chronisch kranken oder beeinträchtigten Geschwistern oft unsichtbar bleiben. Gregg thematisierte dabei in ihrem Werk das stille Leiden und die unsichtbare Stärke dieser Kinder – ein schwieriges Thema, das sie in eine absolut lesenswerte Familiengeschichte umgesetzt hat.

Für Stefanie Gregg, die viele Jahre in der Region gelebt hat, war der Besuch in Lohr mehr als nur ein Lesetermin: „Es ist schön, wieder einmal daheim zu sein“, sagte sie, da sie Lohr und der Spessart immer noch an ihre Kindheit erinnern.

Wolfgang Weismantel (Artikel gekürzt)

Die 5. Klasse besucht die Buchhandlung Schöningh in Lohr

Im Nachgang des UNESCO-Welttags des Buches stand für die 5. Klasse des Gymnasiums ein ganz besonderer Unterrichtsgang auf dem Programm: Gemeinsam mit ihren Deutschlehrerinnen besuchten die Schülerinnen und Schüler die örtliche Buchhandlung Schöningh.

Der Welttag des Buches wird weltweit gefeiert, um die Bedeutung des Lesens, der Bücher und der Rechte der Autorinnen und Autoren zu würdigen. Das Datum ist nicht zufällig gewählt: (Vermutlich) am 23. April 1564 wurde der englische Dramatiker William Shakespeare geboren, am 23. April 1616 starben sowohl Shakespeare als auch der spanische Schriftsteller Miguel de Cervantes – zwei der größten Autoren der Weltliteratur. Inspiriert von katalanischen Traditionen, bei denen Rosen und Bücher verschenkt werden, hat die UNESCO diesen Tag 1995 zum internationalen Aktionstag erklärt. In Deutschland ist der Welttag des Buches längst ein großes Lesefest, an dem Buchhandlungen, Bibliotheken und Schulen gemeinsam Lesefreude vermitteln.

In der Buchhandlung Schöningh wurden die Kinder von Frau Seubert-Emrich empfangen, die seit über 40 Jahren als Buchhändlerin tätig ist. Sie stellte besonders spannende Titel aus dem Bereich Kinder- und Jugendbuch vor. Gebannt lauschten die Schülerinnen und Schüler den Buchvorstellungen, erfuhren von fantastischen Abenteuern, geisterhaften Wesen und lebensnahen Geschichten, die Lust aufs Lesen machen. Im Anschluss wurden die Lesegewohnheiten der Kinder erfragt: Wer liest gerne, welche Bücher stehen zu Hause im Regal, und wer war schon einmal mit der Grundschule in der Buchhandlung? Schnell zeigte sich: Die Interessen sind vielfältig, und viele Kinder haben bereits ihre Lieblingsbücher gefunden – andere wiederum ließen sich von den vorgestellten Titeln inspirieren. Nach dem informativen Teil durften die Fünftklässler selbst in den Regalen stöbern, Bücher in die Hand nehmen und in Geschichten eintauchen. Die Atmosphäre war geprägt von Neugier und Begeisterung – viele Kinder entdeckten dabei neue Titel, die sie gerne lesen möchten oder die sie ihrer Lehrkraft als Neuerwerb für die Schülerbibliothek empfahlen.

Ein besonderes Highlight wartete am Ende des Besuchs: Im Rahmen der bundesweiten Aktion „Ich schenk dir eine Geschichte“ erhielt jedes Kind als Geschenk das diesjährige Welttagsbuch „Cool wie Bolle“ von Thomas Winkler und Timo Grubing. Diese Aktion, getragen von der Stiftung Lesen, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und weiteren Partnern, erreicht jährlich über eine Million Kinder der vierten und fünften Klassen in Deutschland.

Solche Unterrichtsgänge sind weit mehr als ein Ausflug: Sie fördern die Lesekompetenz, wecken Neugier auf Literatur und stärken die Verbindung zwischen Schule, Bibliothek und Buchhandel. Die Kinder nehmen nicht nur ein Buch mit nach Hause, sondern auch die Erfahrung, dass Lesen Spaß macht und neue Welten eröffnet. Die Deutschlehrerinnen freuen sich darauf, den Comicroman gemeinsam mit den Klassen zu lesen und die Begeisterung für Geschichten weiter zu fördern.

Andrea Pöschl und Simone Egert

Neben der Schülerbücherei im Nägelsee-Schulzentrum wird das Angebot der Stadtbibliothek genutzt

Im September 2024 startete für einige Kinder aus Lohr und Umgebung mit dem Eintritt in die fünfte Klasse des Gymnasiums ein neuer Lebensabschnitt. Ein klein wenig dauerte es, bis sich die Schülerinnen und Schüler an der großen Schule mit den vielen Räumen, Lehrkräften und Fächern zurechtfanden, doch die Begeisterung für das Neue war von Anfang an zu spüren. Von Beginn an war und ist eine häufige Anlaufstelle für die Kinde die Schülerbibliothek. Denn sie wirkt einladend: gemütliche Sitzkissen, farbenfrohe Hocker, bunte Fensterbänke mit Blick auf die darunter liegende Mensa und natürlich viele Bücher und Ruhe zum Schmökern.

Nun konnten die Fünftklässler im Rahmen des Deutschunterrichts auch die Stadtbibliothek im Alten Rathaus genauer kennenlernen. Für manche war es der erste Besuch, andere wiederum fühlen sich im historischen Gebäude am Marktplatz bereits seit der Kindergartenzeit heimisch. Für alle Kinder jedoch waren die Informationen durch die aktuelle Leitung, Heike Burk, gewinnbringend. Sie erklärte die jeweiligen Angebote an Büchern und Medien im Foyer, im Lesesaal und den einzelnen Stockwerken, wobei vor allem der neu gestaltete Jugendbuchbereich im dritten Stock Zustimmung erhielt. In der anschließenden Rallye, die die Kinder noch einmal durch das ganze Haus führte, konnten die Schüler ihr Wissen, ihr Kombinationsvermögen und ihre Recherchekompetenz unter Beweis stellen. Beim Vergleich der Ergebnisse bestand noch einmal die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Gerne nahmen die Fünftklässler die Preise - Bleistifte und Lesezeichen - entgegen.

Die sichtbare Begeisterung für Bücher seitens der jungen Generation war für die begleitende Deutschlehrerin, Andrea Pöschl, eine große Freude. Diese sieht als eine ihrer Aufgaben in der Funktion als Beauftragte für die Schulbibliothek die Erweiterung der Medienkompetenz der Kinder an - und zwar sowohl im analogen wie im digitalen Bereich. Das Team der Stadtbibliothek hat neben der Leseförderung auch die Lesekompetenz der Kinder im Auge. Schulklassen, Kinder- und Jugendgruppen sind jederzeit zu einer persönlichen Bibliotheksführung ins Alte Rathaus eingeladen, wo die Mitarbeiterinnen altersgerecht den Weg durch den „Bücherdschungel“ aufzeigen oder bei der Recherche zur Seite stehen.

Die engere Zusammenarbeit zwischen der Stadtbibliothek und dem Medienatelier im Nägelsee-Schulzentrum besteht nun schon seit gut 10 Jahren. Im August 2014, während der Sanierung des Gebäudes,  wurde der Kooperationsvertrag abgeschlossen, durch den die Schülerbibliothek als „Zweigstelle“ fungiert. In einem gemeinsamen Opac kann der Bestand aller Bücher eingesehen und mit einem gemeinsamen Leihausweis können an beiden Stellen Bücher entliehen werden. Dies nutzten die jungen Leser: Zum Schluss des Besuchs drängten sie darauf, sich gleich an Ort und Stelle mit ihren neuen Leseausweisen Bücher ausleihen zu dürfen.

 

Seite 1 von 3

Aktuelles

Hier sehen Sie, was bei uns so alles los ist ...

alle Beiträge aus dem vergangenen Schuljahr finden sie hier:
Beitragsarchiv